Klassifizierung von Moosen nach dem Schwierigkeitsgrad der Bestimmung.

Die in Deutschland und seinen Nachbarländern außerhalb der Alpen vorkommenden Moose wurden anhand der Komplexität und Schwierigkeit ihrer Bestimmung in fünf Kategorien eingeteilt. Kriterien hierfür waren die Abschätzung des Aufwands und der Erfahrung, die notwendig ist, um eine Sippe korrekt bestimmen zu können. In einzelnen Fällen wird zudem die Seltenheit einer Sippe mit berücksichtigt.

Die Aufstellung eines solchen Klassifikationssystems kann in vielen Fällen nur subjektiv sein und stellt eine erste Näherung da, um irrtümliche Angaben in einem Online-Meldeportal leichter zu erkennen und ausfiltern zu können.

Im Folgenden werden die fünf Schwierigkeitsstufen der Identifizierung beschrieben und Beispiele für die enthaltenen Arten aufgeführt.

Kategorie   - Erster Blick Moose mit weiter Verbreitung [43 Taxa]

Arten, die auch von wenig geübten Beobachtern richtig erkannt werden können und deren Meldung von im Allgemeinen akzeptiert werden kann, ohne dass zusätzliche Nachweise erforderlich sind.

Beispiele:

  • Abietinella abietina
  • Bryum argenteum
  • Fissidens fontanus
  • Homalia trichanoides
  • Hookeria lucens
  • Hylocomium splendens
  • Lepidozia reptans
  • Orthotrichum anomalum
  • Orthotrichum diaphanum
  • Plagiothecium undulatum
  • Plenogemma phyllantha (Ulota phyllantha)
  • Pleurozium schreberi
  • Ptilium crista-castrensis
  • Pulvigera lyellii (Orthotrichum lyellii)

Kategorie   - Leicht bestimmbare Moose [260 Taxa]

Sippen, deren Bestimmung etwas Sorgfalt erfordert, die mit Erfahrung bei guter Merkmalsausprägung auch von geübten Bryologen mit Regionalkenntnis mit hinreichender Sicherheit im Gelände erkannt werden können und die mit Binokular und/oder Mikroskop in der Regel sicher bestimmbar sind. Einige dieser Sippen können regional auch in Kategorie 1 eingestuft werden.

Beispiele:

  • Alleniella besseri (Neckera besseri)
  • Alleniella complanata (Neckera complanata)
  • Atrichum undulatum
  • Ptychostomum rubens (Bryum rubens)
  • Buxbaumia aphylla
  • Buxbaumia viridis
  • Cryphaea heteromalla
  • Diplophyllum albicans
  • Geocalyx graveolens
  • Kindbergia praelonga
  • Microbryum davallianum
  • Exsertotheca crispa (Neckera crispa)
  • Neckera menziesii
  • Nyholmiella obtusifolia (Orthotrichum obtusifolium)
  • Oxyrrhynchium hians
  • Rhytidiadelphus squarrosus
  • Sphagnum fimbriatum
  • Sphagnum girgensoni
  • Sphagnum magellanicum s.l.

Kategorie   - Schwierig bestimmbare Moose [612 Taxa]

Sippen, die schwierig zu bestimmen sind und in der Regel im Labor im Binokular / Mikroskop überprüft werden müssen. Im Gelände können sie gegebenenfalls mit sehr großer Erfahrung und/oder guter Regionalkenntnis erkannt werden. Zudem werden hier einige sehr seltene Arten gelistet, deren Nachweis stets zu belegen ist.

Beispiele:

  • Bryum klinggraeffii
  • Cratoneuron filicinum
  • Fissidens bryoides
  • Harpanthus scutatus
  • Hyocomium amoricum
  • Isothecium holtii
  • Liochlaena lanceolata
  • Metzgeria consanguinea
  • Metzgeria violacea
  • Nardia compressa
  • Paludella squarrosa (Seltenheit!)
  • Sphagnum fuscum
  • Sphagnum strictum
  • Sphagnum teres

Kategorie   - kritische Moose [135 Taxa]

Arten, die nur nach kritischer und sorgfältiger Beurteilung im Labor unter Binokular und/oder Mikroskop identifiziert werden können. Geländeansprache in der Regel nicht möglich. Eine Angabe wird normalerweise nur von einem Experten in der betreffenden taxonomischen Gruppe möglich sein. Belege sind grundsätzlich notwendig.

Beispiele:

  • Gymnostomum calcareum
  • Sphagnum angustifolium
  • Sphagnum majus
  • Jungermannia atrovirens
  • Fuscocephaloziopsis macrostachya
  • Bryum inclinatum

Kategorie   - „Unbestimmbare“ Moose

Arten, deren Bestimmung nur mit weitgehenden und umfangreichsten Untersuchungen (molekulare Untersuchungen, Chromosomenzählung) möglich ist. Die vermutlich häufigeren Parallelarten werden wie „inklusive“ eingestuft.

Beispiele:

  • Metzgeria simplex
  • Pellia epiphylla subsp. borealis